Berlin-Eichkamp-Israel

Berlin-Eichkamp-Israel

von Stolperstein-Initiative Eichkamp

Im April besuchte ein Mitglied der Stolperstein-Initiative Eichkamp in Israel auch Nachfahren von ehemaligen Eichkampern.

Die Enkel des bekannten Gewerkschafters Siegfried Aufhäuser (früher Zikadenweg 72, Mitbegründer der DAG (heute ver.di) und Reichstagsabgeordneter von 1921-33 ) sind im Kibbuz Hazorea bei Haifa großgeworden. Ihre Mutter Eva war die einzige Tochter von Siegfried Aufhäuser und seiner Frau. Die Familie rettete sich im Frühjahr 1933 vor der Verhaftung nach Paris, dann nach Prag, 1938 über Paris nach London, danach in die USA. Die 17j.Tochter hatte auf Gut Winkel in der Nähe von Freienwalde ein Haschara-Lager besucht, um in Palästina in der Landwirtschaft zu arbeiten. Sie flüchtete 1934 dorthin und baute den Kibbuz Hazorea mit auf. Erst 9 Jahre später konnten sie sich wiedersehen. 1951 bekamen Siegfried Aufhäuser und seine Frau die Deutsche Staatsbürgerschaft zurück, erst 1959 konnten sie wieder in ihr Haus im Zikadenweg einziehen. 1969 starb Siegfried Aufhäuser 85j. in Berlin.
2011 und 2013 waren die Enkel zu Besuch in Berlin und Eichkamp.

Nun zeigten sie uns den Kibbuz. Die Enkelin lebt noch mit ihrem Mann dort. Der Enkel wohnt mit seiner Frau etwas entfernt vom Kibbuz in einer lieblichen, hügeligen Landschaft, die an den Odenwald erinnert. Im Kibbuz Hazorea gibt es ein Museum, das an Wilfrid Israel erinnert, den früheren Besitzer eines großen Kaufhauses gegenüber dem Roten Rathaus. Er rettete verfolgte jüdische Bürger, auch mit Kindertransporten.

180406 Kibbuz Hazorea (0) kl

Bild: Kibbuz Hazorea früher

Ein Urenkel von Siegfried Aufhäuser, der Filmemacher Yonathan Nir hatte 2016 einen interessanten Film über Wilfrid Israel gedreht, in dem man auch viel über den Kibbuz Hazorea erfuhr.
https://de.wikipedia.org/wiki/Hasorea

Wir danken für die großzügige Bewirtung und die vielen Einblicke in das Leben dort.
Außerdem besuchten wir Thomas Lewy, erem.Prof.für Theaterwissenschaften, den Enkel der großen  Familie Pulvermann. (ehemals Lärchenweg 33). Er wohnt in der Nähe der Universität am nördlichen Rand von Tel Aviv. Dort gibt es neben höheren Häusern viele Einfamilienhäuser – ähnlich Eichkamp. Danke für die Einladung und die interessanten Gespräche über die Situation in Israel.

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